Biografie

Mal Sondock wurde am 04.07.1934 in Texas geboren. seine Karriere im Musik-Business startete er als 17jähriger in Oklahoma City als Diskjockey. Nach Deutschland kam der Mann mit dem unverkennbaren und sympathischen amerikanischen Akzent als Soldat nach dem 2. Weltkrieg.
Ein monatlicher Sold von 75 Dollar schien allerdings aufbesserungsfähig. Hierzu veranstaltete Mal Sondock öffentliche Tanzveranstaltungen. Das neue daran war, dass er keine Tankkappelle buchte, sondern lediglich Platten auflegte und das Publikum durch den Abend führte. Erfahrungen als moderator hatte er bereits beim amerikanischen Sender "American Forces Network" gesammelt. Was damals grossen Erfolg hatte, findet sich heute als "Disco" mit "Discjockey" in fast jeder deutschen Kleinstadt...

Aber zurück in die 60er Jahre: Mal Sondock hatte seinerzeit einigen Erfolg als Schlagersänger, ja sogar als Schauspieler neben Kirk Douglas aber er ist und war dann eben doch eher der geborene Moderator und DJ, erst in Frankfurt, später in München und am längsten und mit dem meisten Erfolg in Köln:
25 Jahre lang setzten hier die "Hitparade im WDR" und "Mal Sondocks Hitparade" Maßstäbe und erreichten eine Popularität, die im Zeitalter der Musiksender und MP3 schwer vorstellbar scheint.
Mal Sondock einte hier eine große und breite Hörerschicht, ein nicht unerheblicher Teil davon stets mit dem Finger an der Pausentaste der Kassettenrecorders, um nach "Hit oder Niete...?" pfeilschnell auf Aufnahme zu schalten.

Mal Sondock ist einem breiten Publikum durch viele Präsentationen von Musikbands quer durch Deutschland erhalten geblieben und genießt nach wie vor große Popularität. Nicht zuletzt zahlreiche kleine Querverweise im Internet untermauern dies. Er selbst sieht sich als "Spiegel des Publikumsgeschmacks", aber diese Beschreibung scheint doch sehr bescheiden. Nicht die bloße Präsentation dessen, was ein Publikum hören möchte, machte Mal Sondock so bekannt, sondern grade seine unvergleichliche Art und Weise: der US-amerikanische Kaugummiakzent, die scheinbar aus dem Ärmel geschüttelten Geschichten und Geschichtchen zu einzelnen Titeln und Bands. Die liebevoll gehegte Selbstbescheidenheit (Wuills Dou ain Biuld von miör summ Wliegenvörtreiben...), all dies trug sicher dazu bei, dass verschiedene Alterschichten und Geschmäcker gleichsam vors Radio zu bringen verstand.

In den 90er Jahren leitet er eine Multimediafirma und nutzt seine vielen Kontakte zu Musikern und Produzenten. Als erfolgreicher "Oldie" genießt er in dem schnellebigen Musikbusiness großen Respekt und sicher auch eine gehörige Portion väterlicher Anerkennung.

Zu hören ist er übrigens auch noch, und zwar im 3-CD-Sampler "Mal Sondocks Hitparade, 80er Jahre Kult", erschienen 1999 bei Disky Records. (Das ganze gibt´s auch nochmal für die 70er Jahre) Mir persönlich gefällt hier vor allem die Non-stop-Radio-Show, aber... hört einfach selbst rein.

Anfang 2007 ist Mal ernsthaft erkrankt: der Rücken wollte nicht mehr, er war in seiner Bewegung sehr eingeschränkt, und auch nach mehrwöchigem Aufenthalt in der Klinik konnte er sich nur noch unter großen Einschränkungen den Alltag bewältigen. Der Ausfall in "seiner" Firma Sondockmedia war kurzgesagt ein Desaster für's Geschäft und eine radikale Umstrukturierung sowie die Trennung von allen Angestellten blieb die einzige Möglichkeit.
Nachdem Mal im Laufe des Jahres 2008 wieder zunehmend in der Lage war eine berufliche Tätigkeit aufzunehmen, wurde die neue Firma "Mal Sondock Productions Ltd." gegründet - mit deutlich kleinerem Budget und zwei Angestellten statt der vorher engagierten zehn. Das Erfolgsrezept war letztlich dasselbe wie bei Sondockmedia: Wie können Kunden durch das Medium Musik in einer möglichst ansprechenden und kreativen Verpackung angesprochen und dazugewonnen werden? Der gesundheitliche Zustand von Mal war nach wie vor nicht gut, aber immerhin: er hatte 20 Kilo abgenommen, deutlich weniger Schmerzen als noch ein paar Monate zuvor, und die neue Aufgabe brachte sicher auch eine positive Motivation mit sich.

Mein letztes Zusammentreffen mit Mal gab es am 21. Februar 2009 in Köln.
Am 09. Juni 2009 ist Mal Sondock nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Er wurde nach Aussagen seiner Frau in den USA im Kreise seiner Familie beigesetzt.
Getreu seinem Motto "In Rente gehe ich drei Tage nach meiner Beerdigung..." ist er bis kurz vor seinem Tod noch als Produzent von Musik-CDs aktiv gewesen, zuletzt in Form von zwei 3er-CD-Boxen (eine mit dem Schwerpunkt 70er Jahre, eine mit dem Schwerpunkt 80er Jahre) sowie einer 5er-CD-Box mit dem Schwerpunkt 50er und 60er Jahre, die noch 2009 erscheint. Wenn man ihn fragte, warum er in seinem Alter noch arbeitete, erklärte er trocken: Weil es mir Spass macht. Und warum sollte man mit etwas aufhören, was einem Spass macht?

Wir werden Mal Sondock als unvergleichlichen Radio-Mann in Erinnerung behalten, als begeisterten und begeisternden Teil unserer Jugend, der uns mit seiner positive Ausstrahlung auf und seinem wertschätzenden Umgang mit seinen Hörern prägte. Wir danken ihm für die vielen schönen und spannenden Stunden, die er uns bereitet hat, sei es an den Radios mit dem Finger auf der Pausentaste, sei es in den zahlreichen Life-Veranstaltungen in Köln oder anderswo. Wir wünschen ihm von Herzen, dass er sein "Rentnerdasein" (wo auch immer) geniessen mag und falls es im Himmel eine Disko gibt, steht Mal bestimmt am Plattenteller...;-)

Mal im Interview, November 2001

Was hier in groben Zügen aufgezeichnet wurde, kann in einem ausführlichen Interview vom November 2001 ausführlich "nachgehört" werden; Mal plaudert über über seinen ungewöhnlichen Werdegang:

  • Kindheit - eine Kindheit im Texas der 40er Jahre,
  • Radio I - von kopfgrossen Röhren und der Erfindung des Top40-Radio,
  • Radio II - Was ist Rekreation?,
  • Radio III - Erste Schritte in Deutschland,
  • Diskjockey I - über Record Hops und Buuh-Rufe,
  • Diskjockey II - Von Stadt zu Stadt und: warum im ShowBiz alles so nah beieinander ist,
  • Hitparade I - Wie sich die "Diskothek im WDR" entwickelte,
  • Hitparade II - Von DIW zur MSH,
  • WDR ade - Was danach geschah